Dancing wires

January 3, 2014 § Leave a comment

Music: Nitin Sawhney – The Boatman

Do you have a story for me?

October 21, 2013 § 2 Comments

When was the last time someone asked you to tell a story and what was your answer?

You probably can’t remember even though you have most likely heard or told a plethora of stories over the past days, weeks and months. We just don’t recognise them as ‘real’ stories as we don’t deem them worthy or interesting enough of being published.

However, stories (and yes money…) make the world go round. Storytelling is at the heart of every culture and can be either educating, preserving or simply entertaining.

In the field of journalism, the term is seen as one of the future paths of the trade to stop falling numbers in readership and get especially younger people interested in world news, political and cultural affairs.

The two beautiful examples of The Guardian and the New York Times have shown that bush fires or avalanches can be all of the above when told and packaged in a cohesive way.

For my latest project, I will use the art of storytelling to talk about a well-known story: hunger in Africa. In order to get new and fresh ideas, I enrolled in the free online course ‘The Future of Storytelling‘ of the Fachhochschule Potsdam.

The course runs for eight weeks including weekly lectures, exchanges with lecturers and fellow students as well as regular assignments. I will be blogging about my experiences during the course and summarise my learning outcomes.

As this is my first online course, I’m even more curious to find out how my so far ‘classical lecture hall-based education’ compares to the future’s digital classroom.

Honigbienen und Heimatsgefühle

October 20, 2013 § Leave a comment

Bevor meine langjährige englische Mitbewohnerin Kolumbien gegen Kambodscha eintauschen würde, gönnten wir uns ein letztes Wochenende im Segelclub in Kep.

Freitag nach der Arbeit flogen wir regelrecht die neu geteerte Straße an die Küste hinunter und vergaßen Büro und Klassenzimmer bereits nach dem Willkommensdrink. Das grüne Anwesen direkt am Wasser mit Überlaufpool tat sein Übriges.

Sailing away

Am Samstag wagten wir uns dann hinaus aufs Wasser und buchten Roger, den Segellehrer – nein, nicht aus der Schweiz, aber gleichfalls langsam im Anlauf. Es brauchte eine halbe Stunde und die Überschrift ‚Virgin Sail‘ des Einführungsbuches bis der Niederländer auftaute – was immer helfen mag…

Nachdem das Eis gebrochen war, nahmen wir zu dritt auf dem kleinen Katamaran Platz und mit gutem Wind ging es an der Küste entlang Richtung Kampot. Ich übernahm die Pinne auf der ersten Strecke, versuchte mich in einigen Wendemanövern und versuchte uns fern von jeglichen Fischerbooten und –netzen zu halten.

Da der Katamaran eigentlich nur für zwei Leute gebaut ist, musste zur Stabilisierung des Bootes immer eine von uns Cliffhanger-artig außerhalb des Bootes hängen. Nach vier Stunden auf dem Wasser liefen wir wieder im Segelclub ein, komplett platt und ausgelaugt von unserem ‚Virgin Sail‘ – der Witz ging uns immer noch ab.

Meernähe sollten wir danach nur noch in Form von Krabben und Fischen auf unseren Tellern spüren. Den Sonntag ließen wir dagegen gemütlich ausklingen und selbst die Fahrt nach PP schien langsamer zu sein, vielleicht waren wir auch einfach nur schweizerisch gut erholt…

Die zwei Tage Erholung waren bitter notwendig, denn Anfang Juni ging es für eine Woche nach Laos, um die Veröffentlichung unseren dritten Kochbuchs „from Honeybees to Pepperwood. Creative Lao Cooking with Friends“ vorzubereiten.

Die Bienen sind los

Insgeheim freute ich mich schon riesig auf den Trip, da ich mit meinem österreichischen Kollegen, zuständig für die Gastronomie, eine Woche lang seine Lieblingsgarküchen und Märkte aufspüren würde. Dazu hatten wir einen prächtigen Spaß mit der laotischen Sprache und ihren Eigenheiten.

Generell wird in Asien das westliche ‚hmm‘ mit dem Laut ‚er‘ abgedeckt. Ein Laut, eine Sprache – die Intonation wechselt zwischen Empörung ‚err!‘ Frage ‚eehr?‘ und Bestätigung ‚er‘, deckt aber wirklich jeden Lebensbereich ab. Das eigentliche Ereignis war eine glückliche ‚er‘, da der Regen ausblieb, Leute wild auf die Honigbienen waren und der Hibiscus Daiquiri nicht ausging…:-)

‚Er‘ hieß es auch für mich. Nachdem ich die letzten Wochen im regelrechten Schwebezustand bzgl. meiner Zukunft verbracht hatte, fiel nun die Entscheidung für die University of Westminster in London, wo ich Mitte September meinen Master in Journalismus beginnen werde.

Jawohl, ich werde Asien den Rücken kehren, zumindest für ein Jahr (J) und erneut englische (und olympische) Düfte schnuppern. Rückflugdatum ist der 2. September, dann verbleiben knapp zwei Wochen, die voraussichtlich mit Ausflügen nach Wien und ins Saarland gespickt sein werden, so dass ich wahrscheinlich viele von Euch auf Weihnachten vertrösten muss.

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, da es mir hier immer noch sehr gut gefällt, die Arbeit Spaß macht und Dinge sich bewegen, jedoch war es an der Zeit, dass ich mich bewege. Die verbleibenden zwei Monate werden daher unheimlich intensiv werden, dazu bin ich zwecks Arbeit für drei Tage in Siem Reap, bevor meine Eltern nochmals für zwei Wochen vorbei schauen.

Äpfel statt Kirschen!

October 19, 2013 § Leave a comment

Wie bereits erwähnt, musste ich meine Kirschblütenabsichten in letzter Minute aufgeben, konnte dafür aber einen weiteren Traum von mir realisieren: Nepal.

Ein kleiner Streifen auf der Landkarte neben den Riesen Indien und China, der jedoch seine eigenen Giganten mit weißen Mützen aufweisen kann.

Diese konnte ich bereits vom Flieger aus erkennen, bevor der Pilot kunstvoll in diese Bergwelt eintauchte. Die Flughafengröße ließ zwar keine langen Wege zu, trotzdem wurden wir für ganze 2 Sekunden zur Ankunftshalle gefahren. Sicher ist sicher! Sicher war jedoch nach der Immigration nicht mehr viel, vor allem nicht die Straßen.

Kathmandu

Es beschlich mich das Gefühl, dass die Nepalesen oftmals selber vergessen, dass in ihrem Land Linksverkehr herrscht. Rikschas, Zwei-, Vier und Tausendräder wirbeln um einen herum wie die Akteure in einem Bollywoodfilm mit dem kleinen weißen Suzuki in der Hauptrolle.

Was in Phnom Penh der Toyota Camry für die Mittelklasse ist, ist der Suzkui für die Taxifahrer in Kathmandu. Ideal für die kleinen Gassen versuchen diese jedes Schlagloch zu umkreisen und auch den letzten Zentimeter rauszuschlagen, was in einem Geackere, Gedrehe und Gerudere endet, alles unter den Klängen von Punjabi und Co.

Der Kathmandu-Film lief für mich vier Tage lang, mal mit mehr, mal mit weniger indischer Verrücktheit gepaart mit chinesischem Stursinn. Mehr gab es auf jeden Fall auf dem Durbar Square, eine der Hauptattraktionen Kathmandus, der mit vielen Tempeln und anderen Überraschungen aufwartet, wie die Living Goddess oder Kumari Devi.

Durbar Square, photo by chrisliehr

Bereits lange vor dem Ticketschalter wurde ich auf ihre Existenz hingewiesen „You can buy ticket over there to see Living Goddess“, um zehn Meter später gefragt zu werden „Want to see Living Goddess, lady?“, dann um in Reichweite des Ticketschalters erneut erinnert zu werden „You have to buy ticket to see Living Goddess“ und um schließlich die Bestätigung mit der Eintrittskarte in der Hand entgegen zu nehmen „Now, you can see Living Goddess“. Danke.

Die Living Goddess stellte sich dann als junges Madel heraus zwischen vier und sieben Jahren, angeschmiert und beschmückt zur Schau gestellt für 2 Minuten, um dann wieder hinter den kunstvoll geschnitzten Holzfassaden zu verschwinden. Seltsam, dass auf Erdlinge zurückgegriffen wird, wenn das Land nicht gerade arm an Gottheiten ist.

Kathmandu, photo by chrisliehr

Ökonomisch gesehen dagegen ist Nepal das ärmste Land Asiens, was sich nicht verkleiden lässt. Häuser stehen nackt bis auf die Lehmziegel da, Straßenlöcher werden nur notdürftig geflickt. Letzteres bekam ich bei meiner Mountainbiketour nach Leyla, südlich von Kathmandu zu spüren.

Jedoch setzten mir auf den 65km mehr die unzähligen Anstiege als der Straßenbelag zu. Phnom Penh diente dabei nicht als Vorbereitung, da es abgesehen von den Speedbumps kaum Hügel geschweige denn Berge gibt.

Zurück ins Mittelalter

Flacher ging es bei meinem Ausflug nach Bhaktapur zu, was eine wahre Zeitreise darstellte. Verwinkelte Gassen, Handarbeit wohin man schaut, Töpfer drehen ihre Vasen, Vieh wird gefüttert, Wäsche wird ausgewrungen.

Pottery Square, photo by chrisliehr

Wie ich erfuhr, waren besonders die Deutschen hier in den 70er Jahren bei der Stadtentwicklung aktiv, was bei den Bewohnern Wohlwollen gegenüber allem Germanischem auslöst. Herr Kohl bekam dafür einen geschnitzen Pfau und die nepalesische Sprache wurde um das Wort ‚German‘ bereichert. Nach ‚American‘ eines der einzigen Wörter das keine lokale Übersetzung gefunden hat.

Ab in die Berge

Nach diesen ersten Eindrücken wollte ich nun endlich die Giganten mit ihren weißen Mützen sehen. Die letzten Hürden auf dem Weg nach Jomson, dem Startpunkt meines Treks, waren eine siebenstündige Busfahrt und ein 20min Flug.

Die Busfahrt bot pures Leben: kotzende Kinder, denen bei jeder Pause eine weitere Fuhre Samosas verabreicht wurde, ein launischer Sitz, der mir meinen Vordermann in den Schoß legte sowie Schlaglöcher, die einen im wahrsten Sinne des Wortes an die Decke bringen.

Der Flug war dagegen reibungslos, nachdem ich den Flughafen betreten konnte. Dieser war nämlich noch abgeschlossen, als ich um 5.15Uhr eintraf. Weitere Trekker hatten sich ebenfalls schon eingefunden, darunter Franzosen, die ihren ganzen Hausstand mitgenommen hatten. Die armen Träger! Während des 20min Fluges bekam ich dann die ersten Zipfel der Annapurnas zu sehen…wow…

In Jomson bog ich bei blauem Himmel und Sonnenschein direkt auf den Weg nach Marpha ein und nur nach wenigen Metern spürte ich bereits meine 8 Kilo schwere Last auf dem Rücken. Träger, wo seid ihr? Zähne zusammen beißen: Bist Du zu schwach, dann bleib daheim!

Ganz allein…Wahnsinn, photo by chrisliehr

Die verbleibenden acht Tage hangelte ich mich von einem Dörfchen zum nächsten, immer nur einen Schritt nach dem anderen, Wege finden, sich verlieren, andere Trekker grüßen, Quartier finden, Nahrungsaufnahme sicherstellen, lange schlafen, weiter laufen und genügend Pausen machen, um das sich ständig wechselnde Panorama einzuatmen.

Je höher ich kam, desto rustikaler wurden die Schlaf- und Waschmöglichkeiten. Bei meinem kleinen Gasthaus in Khinga diente der Wasserkanister neben der Straße als Dusche – ein weiterer Grund alleine zu trekken.

Da die Hochsaison sich dem Ende zuneigte, war ich oftmals der einzige Gast in meinen Teehäusern, was mir einige Vorteile einbrachte. So konnte ich zur Essensaufnahme in der Küche ums Feuer mit dem Rest der Familie Platz nehmen und bekam Nachschub wann immer mein Teller leer zu werden drohte.

Es faszinierte mich, was diese kleinen Küchen mit ihren offenen Feuerstellen im Stande waren zu produzieren, von Suppen über Pizza zu Mexikanisch gab es alles und sogar Apfelstrudel. Jawohl! Da kamen apres-ski Gefühle auf. Vor allem das kleine Örtchen Marpha ist für seine Apfelprodukte bekannt und verdient sich zu Recht den Namen „the delightful apple capital of Nepal”.

Marpha, photo by chrisliehr

Mein Trek erreichte seinen Höhepunkt (3800m) in Muktinath, wo ich nach einer warmen Dusche und einem Yak-Burger im Bob Marley Cafe dem Himmel ein Stückchen näher kam.

Danach folgte der Abstieg, den ich gemeinsam mit einem Schotten in traditioneller Tracht und einem Australier meisterte. Die Blicke der Nepalesen waren unbezahlbar sowie meine ganzen Eindrücke dieser Reise.

Nilgiri, photo by chrisliehr

Zurück in Phnom Penh wurde ich von der Hitze erschlagen und vom Verkehr überrascht – vergleichsweise zahm, eben Khmollywood. Anscheinend zu ruhig für mich, weshalb ich gleich am darauffolgenden Wochenende mit meiner Kollegin nach Bangkok flog, um dort das lange 1.Mai-Wochenende zu genießen. Der Kontrast hätte nicht größer sein können, gerade noch in einem Film, geht man hier ganz normal ins Kino zum Filmeschauen…

Speak Truth to Tennis

October 15, 2013 § Leave a comment

Das neue Jahr begann mit einer Renaissance, einer Wiedergeburt einer Sportart, die ich schon zu meiner Vergangenheit zählte – Tennis. So auch Kambodscha.

Die Roten Khmer ließen die Spieler von einst und die Erfolge im Davis-Cup der 60er Jahre der Vergangenheit angehören und hielten nicht ein vor den sportlichen Eliten: 40 Ranglistenspieler wurden ermordet und gerade mal 20 Tennis-Courts im ganzen Land überlebten. Laut DTB sind es in Deutschland 48,000.

Die Khmer Tennis-Renaissance „From Killing Fields to Tennis Courts“ mag auf den ersten Blick makaber klingen, beschreibt aber die Realität. Unter diesem Slogan wird seit einigen Jahren aktiv daran gearbeitet, die Blütezeit vergangener Tage wieder herzustellen und Tennis als Breitensport für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Der CNN-Bericht gibt einen klasse Überblick.

Mit Futures in die Future

Die ersten Erfolge konnten verzeichnet werden: zwei Bronzemedaillen bei den South-East Asian (SEA) Games, die ersten ATP Punkte und Anfang Februar das erste ITF-Turnier, das jemals in Kambodscha veranstaltet wurde. Ich ließ mir diese Gelegenheit nicht entgehen und besuchte die Halbfinale im Cambodian Country Club.

ITF Futures, photo by chrisliehr

Ich hatte auf einige bekannte Namen gehofft, aber das Tableau bot hauptsächlich unaussprechlich lange indische und thailändische Namen auf. Vielleicht haben die, so wie ich, auch einfach nur die Einfahrt verpasst! Eine gute halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt, liegen die fünf neu gebauten Tennis-Courts versteckt zwischen Kuhweiden und neuen Bauprojekten.

Insgesamt hatten sich an die zehn Zuschauer dorthin verirrt, die Offiziellen würden sich erst zum Finale einfinden und auf den mit Stoff umhüllten VIP Stühlen Platz nehmen. Drei Ballkinder und vier Linienrichter gaben ihr Bestes, begleitet von Mönchsgesängen von einer naheliegenden Pagode. Es hatte einen Hauch von Bezirksmeisterschaften in Bietigheim-Bissingen, bloß eben ohne Mönche.

Neuer Nebenjob

Es wird noch einige Jahre dauern bis Kambodscha den Anschluss geschafft hat, aber es ist unheimlich spannend die Entwicklung zu verfolgen und eventuell Teil davon zu werden.

Ich habe vor zwei Wochen mit dem Secretary General der Tennis Federation of Cambodia ein paar Bälle gekloppt und dabei kam heraus, dass dringend jemand für den Bereich Marketing/Communications gesucht wird, der mit dem Sport und seinen Regeln vertraut ist und auf freiwilliger Basis helfen könnte. Mein neues Projekt war geboren! Überhaupt nicht neu fühlte sich jedoch mein eingerosteter Tenniskörper nach einer Stunde an, der nun auf seine neuen Aufgaben wartet…

Bevor das Projekt Tennis starten sollte, nahm ich ein weiteres Theaterstück mit, das Ende Februar aufgeführt werden musste. Alles war recht kurzfristig vom Robert F. Kennedy Center ins Leben gerufen war, da ein Besuch Kerry Kennedy’s genutzt werden sollte, um ihr Buch „Speak Truth to Power“ zum ersten Mal in Asien aufzuführen.

Speak Truth to Power

Da es in Phnom Penh nur die Players als einzige Theatergruppe gibt, war die Entscheidung schnell getroffen und wir machten uns an die Proben. Diese einmalige Chance wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Das Stück handelt von Menschenrechtlern aus der ganzen Welt, die ihre Geschichte erzählen.

Diese werden von vier Frauen und vier Männern vorgetragen, die hinter einem Rednerpult ihre Zeilen vorlesen. Zwei weitere Personen, ganz in schwarz, treten als Unterdrücker auf. Dreimal dürft ihr raten, welche Rolle mir übertragen wurde…

STTP cast

Letzten Donnerstag, am 24. Februar, war dann der große Tag. Im Auditorium der Pannasastra Universität führten wir das Stück vor knapp 400 Leuten auf und Kerry Kennedy war sichtlich gerührt. 2013 soll anscheinend die Fortsetzung in Siem Reap folgen mit George Clooney and Angelina Jolie. Vielleicht werden wir dann wieder angerufen, dann als Handtuchträger…

Es weihnachtet…naja…

October 10, 2013 § Leave a comment

Wie versprochen, bekommt ihr mit dieser Email einen Einblick in mein Weihnachten 2010 und der Zeit zwischen den Jahren. Es sollte mein zweites „warmes“ Weihnachten werden, und es wird sich einfach nie richtig anfühlen.

Bevor meine Mitbewohnerin für drei Wochen nach Indien abhauen sollte, hatten wir den 3. Advent für eine kleine Weihnachtsparty auserkoren.

Wir ließen uns nicht lumpen: deutsche Süßigkeiten (persönlicher Import!), selbstgebackene Plätzchen (besser beschrieben als Plätzchenburger…), einen selbstgemachten Adventskranz (4 Kerzen auf einem Teller, rote Kerzen wohl bemerkt!), einen Weihnachtsbaum (halb verdorrte Palme mit Lametta und Lichterkette) und Glühwein (etwas klappte!). Natürlich alles nicht so stilvoll wie zu Hause, aber sonst wäre es nur noch verwirrender.

Koh Kong

Mit so viel weihnachtlichem Elan wurden dann auch noch die letzten Türchen des Adventskalenders geöffnet, bevor es für ein verlängertes Wochenende nach Koh Kong ging. Vor zwei Jahren verbrachte ich den 24. Dezember im Büro, was Nachsitzen gleich kommt und dieses Jahr vermieden wurde.

 

Koh Kong hatte ich bereits schon zweimal besucht und ich freute mich auf ein paar Tage im Grünen mit unserer bunten Truppe aus Australiern, Dänen, Iren, Luxemburgern und Deutschen. Den Freitagnachmittag nach unserer sechsstündigen Busfahrt ließen wir gemütlich im Fluss ausklingen.

Als ich so am Steg saß und den Leuten auf der anderen Flussseite bei ihrer täglichen Arbeit zusah, wurde mir schlagartig bewusst, wie marginal Weihnachten eigentlich ist. Von den knapp 2 Milliarden Christen auf dieser Welt, feiert zwar der Großteil Weihnachten, was aber weniger als 1/3 der Weltbevölkerung ausmacht.

Für gut 2/3 der Welt ist es ein stinknormaler Tag. Wenn die Weihnachtsstimmung noch nicht im Keller war, dann spätestens jetzt. Solche Gedanken waren also nicht förderlich und wurden unterbunden. Bis die Mehrheit unserer Truppe in Weihnachtslaune kommen sollte, hatte ich eh noch einen Tag Zeit, da die Australier mit dem 25. Dezember die Mehrheit behielten.

Am nächsten Morgen wurden wir mit weihnachtlichen Klängen geweckt, rot-weiße Weihnachtsmützen tauchten vor unserem Bungalow auf und trommelten die Meute zu einem ausgiebigen Frühstück zusammen. Das war auch gut so! Mit den hauseigenen Kajaks ging es danach zu den Tatai Wasserfällen, die eine gute Paddelstunde entfernt lagen.

Ich hatte bereits das Vergnügen in der Regenzeit das frische Wasser zu testen und in der Trockenzeit konnten die weiteren Felsterrassen erkundet werden. Das Unternehmen „Socks on the Rocks“ (Tipp von der Besitzerin der Bungalowanlage) wurde erfolgreich gestartet! Der ansteigende Wasserpegel setzte dem Ganzen ein natürliches Ende und nachdem das Pflichtprogramm geschafft war, stand nun die Kür an!

Zurück in der Rainbow Lodge fuhren nun die Australier die schweren Weihnachtsgeschütze auf. Selbstgebastelte Weihnachtscracker und Mince Pies. Wow! Mit den Papierkronen aus den Crackern schmeckte unser Weihnachtsmittagessen noch viel besser: glasierter Schinken mit Kartoffelbrei und zum Nachtisch Süßigkeiten zuhauf.

 

Flüssige Nahrung wurde nicht vernachlässigt, Wein zum Schinken und dann einen Absacker auf unserem „Cabin Crawl“ von Bungalow zu Bungalow. Die Besitzerin wurde von unserem Weihnachtsvirus angesteckt und schenkte Glühwein und Sekt für alle aus. Nach dem Drei-Gänge-Menü am Abend und unzähligen Runden „shithead“ (Kartenspiel verwandt mit Arschloch) fiel ich ins Bett und war froh ein Teil der Weihnachten feiernden Bevölkerung zu sein.

Auf dem Wasser ins Neue Jahr

Mein Weihnachtsgeschenk hatte ich mir schon davor gemacht: zwei Wochen Urlaub in Japan im April. Dafür musste ich aber erstmal nach 2011 kommen. Mein kambodschanischer Kollege hatte mich in seinen Planungen für Silvester berücksichtigt, als er das „butterfly boat“ mietete, dass uns von 23 – 1Uhr nachts über den Tonle Sap Fluss schippern sollte.

Ich sagte sofort zu, denn was gibt es besseres als auf einem Boot namens Schmetterling mit einer Handvoll schwuler Pärchen ins neue Jahr zu segeln? Der Wasser- und Alkoholpegel stimmte, die Stadt wartete auf das Feuerwerk. Wir platzierten uns kurz vor Mitternacht vor dem Kasino NagaWorld, da die Chinesen das nötige Kleingeld für Böller übrig haben.

Selbst der Mann am Auslöser platzte wohl vor Spannung, als er bei genau 29 verbleibenden Sekunden auf dem Countdown die ersten Raketen gen Himmel schickte. Wieso braucht man auch einen Countdown…nun gut, wollen wir mal nicht so sein, ist ja schließlich Neujahr! Danach ging es noch ins Heart of Darkness zum Tanzen bevor es irgendwann ins Bett ging…

Baby, pack die Windel ein – es geht nach China!

October 5, 2013 § Leave a comment

Vorab vielen Dank, die bei dem Unglück auf „Diamond Island“ an mich gedacht haben. Es ist ein wahrhaft trauriges Ereignis, da zu den Bootsrennen an die zwei Millionen Menschen von den Provinzen in die Hauptstadt strömen und es vor allem diese getroffen hat. Aus meinem Umfeld hat es zum Glück niemanden erwischt!

Nach der Dengue bedingten Zwangspause, ist es jetzt nur noch ein Reizhusten und eine laufende Nase, die mich von dem Zustand ‚gesund‘ entfernen. Meine Maskottchen auf diesem Weg sind dabei „Flixonase“ und „Tussipax“, die auf jeden Fall bei Medikamenteneinnahme für Erheiterung sorgen.

Ansonsten hat mein Körper China jedoch erstaunlich gut überstanden. Vorstellungen an überfüllte U-Bahnen, menschliche Lamas, trockene und kalte Luft machten das Land nicht zum geeigneten Reiseziel nach dem Fieber…

Eine andere Welt

Im Flugzeug bot sich mir ein einmaliger Anblick, als ich auf die vollbesetzten Sitze zurück sah und ausschließlich halbrunde/rechteckige schwarze Köppe sah! Der Flug war problemlos und die Abfertigung am Flughafen in Peking so schnell wie nirgends sonst.

Im Taxi hielt ich meinem Fahrer den Wisch vor, der mich zu meinen Freunden bringen sollte, er nickte und fuhr los. Neugierig fragte er woher ich stamme, doch mit meiner Antwort verstummte das Gespräch bereits wieder. Eifrig kramte er vor sich hin stammelnd in seinem Englischvokabular, doch es half alles nichts, weshalb er sich in chinesische Lieder verlor.

Über die nächsten zwei Tage erkundeten wir Peking, die Stadt, wo ein Superlativ den nächsten jagt. Der größte Platz, dem Tian’anmen-Platz (3x so groß wie der Rote Platz in Moskau), der schnellste Inner-City Zug von Peking nach Tianjin, die längste Mauer der Welt etc. Einfach himmlisch!

Chilled out China. photo by chrisliehr

Unter blauem Himmel bei einstelligen Celsiusgraden ging es genauso himmlisch kalt weiter mit dem Platz des himmlischen Friedens, der Verbotenen Stadt und dem Tempel des Himmels.

Nicht nur dort erlebte ich live, dass eine Windel ein durchaus Hilfreicher Begleiter in China sowohl für jung als auch alt sein kann. Ich konnte meinen Augen nicht trauen (weshalb der Zoom meiner Kamera für mich das übernahm), als ich Kleinkinder mit einem gewaltigen Schlitz am Hinterteil ihrer Hose sah.

Windel in die Höh. photo by chrisliehr

Bevor ich mir über dessen Nutzen Gedanken machen konnte, hiefte Papa den Sohnemann hoch, Beine auseinander, Geschäft durch Schlitz – fertig. Papa wischte noch wie ein guter Hundebesitzer nach und weiter ging’s! Die meisten Cafés und Restaurants besitzen keine eigene Toilette, weshalb die Nicht-Schlitz-Generation sogenannte „community toilets“ aufsuchen muss.

Ich bin tapfer in eine rein gestapft und rückwärts wieder raus, da mir das ganze ein wenig zu „offen“ war. Weder Tür noch Schloss trennte eine Vielzahl an Trockentoiletten, was den eher sonst prüden und reservierten Chinesen nichts auszumachen schien. Meine Blase gab schlagartig Ruhe beim Anblick dieser für uns mittelalterlichen Einrichtungen.

Generell unterschätzt man Chinesen gerne, siehe Plumpsklos, Pandahüte und Teletubbies ähnliches Verhalten bei einem Mißgeschick, was falsche Arroganz aufkommen lässt. Ich musste allzu oft an meine Geschichtslehrerin denken, die gerne Napoleon zitierte “Wenn China erwacht, erzittert die Erde”. Das Erdbeben hält an!

Da ist eine Mauer…

Die meiste Zeit meines Aufenthalts verbrachte ich in Tianjin bei meinen Freunden. Von dort aus ging es für einen Tag zu einem Abschnitt der Großen Mauer, der weniger besiedelt war oder besser gesagt gar nicht!

Die Mauer muss bleiben, photo by chrisliehr

Nur zwei Einheimische wollten uns ihre Pferde für einen Ritt über die Mauer andrehen aber da waren wir schon drei Stunden lang unbehelligt auf der Mauer herumgeturnt und machten uns schon wieder an den Abstieg.

Dieses Jahr werde ich erneut „Warme Weihnachten“ feiern und erst 2011 wieder in Europa aufschlagen. Im Gegensatz zum ersten Jahr bin ich jedoch mit Lebkuchen, Adventskerzen und Schokolade ausgerüstet, um wenigstens ein wenig Stimmung aufkommen zu lassen.

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